Kontinentale Tiefbohrung

Exkursion der Klasse 9a

zur Kontinentalen Tiefbohrung nach Windischeschenbach

 

Das Thema „Plattentektonik“ in unserem Erdkundeunterricht war Anlass für eine Exkursion zur KTB, die wir, die Klasse 9a, am 29. April 2010 mit Frau Ossowski-Ebersberger und Frau Surel unternahmen. Nach einer knappen Stunde kamen wir bei der KTB in Windischeschenbach an. Zu allererst beeindruckte uns der große Bohrturm, der schon von weitem auffiel und der mit 83 m Höhe auch der höchste seiner Art auf der Welt ist.

 

Des Weiteren führte unsere Reise nun ins Geozentrum, einer modernen Umweltbildungsstätte, die sich der Er-de als zentrales Thema widmet. Im Geolabor erfuhren wir viel vom Aufbau der Erde, über die Entwicklung des Lebens und der Bewegung der Erdplatten. Wir durften auch selbst Experimente durchführen. Hier konnten wir unser Wissen aus dem Erdkundeunterricht anwenden. Ganz besonders interessant waren Experimente mit Sand. Sie zeigten uns äußerst anschaulich, welche Auswirkungen die jeweiligen Plattenbewegungen auf die Landschaft haben. Als nächstes stand die Besichtigung der Ausstellungsräume an: Zunächst sahen wir einen Film mit dem Titel „Wunderbare Erde“, danach konnten wir vieles selbst entdecken und ausprobieren.

Ein Highlight war hier sicherlich der Erdbebensimulator, auf dem wir am eigenen Leib erfahren konnten, wie stark sich Erderschütterungen bis zu einer Stärke von 7,1 anfühlten.

 

Im Außengelände begutachteten wir nun interessiert die riesigen Bauteile der Bohrung, wie auch die mit Diamantsplittern besetzten Bohrkerne, die durch die Entwicklung in Windischeschenbach nun weltweite Verbreitung finden. Endlich erfolgte die Erklimmung des Bohrturms. Mit bunten Helmen gesichert, stiegen wir die zahlreichen Treppen bis zu einer ehemalige Arbeitsplattform des Turmes hinauf. Hier wurde uns u. a. ein Film über die Entstehung des Bohrloches, das 9101 m tief ist, gezeigt; auch veranschaulichte uns dieser die harte Arbeit, die 24 Stunden lang an der Tiefbohrung geleistet wurde.

 

Nach einer kurzen Pause brachte uns unser Bus zur Fränkischen Linie, einer geologischen Bruchzone, die vor ca. 54 Mio. Jahren entstand. Wir staunten nicht schlecht, als uns erklärt wurde, dass der senkrechte Versatz an der Stelle, an der wir standen, 2500 m betrug, jetzt aber nur mehr als sanfte Welle in der Landschaft zu erkennen ist, weil er sich später mit Sedimenten verfüllte.

 

Der letzte Haltepunkt war der Basaltkegel Hoher Parkstein, der zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns gehört. Zunächst wurde uns anhand schematischer Zeichnungen die Entstehung des Kegels bildlich nähergebracht und danach konnten wir die Basaltsäulen und das angrenzende Gestein, die Schlotbreccie, von der Nähe aus begutachten. Überrascht waren wir, dass letzteres so mürbe war und sich ganz leicht abbrechen und zerkleinern ließ.

 

Sehr interessant war auch der Besuch dreier alter Lagerkeller unter dem Parkstein; es war aufregend, den Fels auch einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen und zu erleben.

 

Mit neuen Erfahrungen, Denkanstößen und Fragen traten wir nach diesem langen Tag die Rückfahrt nach Bayreuth an und waren uns einig: die Exkursion hat sich gelohnt.

 

Text: Carina Stielke

Fotos: Fredrik Herbolzheimer (--> Bildergalerie)

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